… 0 = tot

Bild von Jasmin Sessler auf Pixabay


wuahhhhh….das ist eklig, daran mag ich gar mehr nicht denken.

30 Jahre an der Fluppe … jeden Tag, bei Wind und Wetter. Und ich habe sie genossen. Die wohlige Wärme, das latente Glücksgefühl, das leichte kribbeln, das die Adern durchläuft.

Achja ….. und die Geselligkeit. Das kann keiner in Abrede stellen: Raucher sind gesellige Menschen. Manch Arbeitgeber hat das damals auch erkannt – das Mitarbeiter die zum Rauchen ausstechen müssen dazu neigen diese nicht bezahlte Zeit dann auch konsequent nicht zur Arbeit zu nutzen, während rauchende bezahlte Mitarbeiter auch am Aschenbecher noch Brainstormings abgehalten haben. Also nicht das ich jetzt vorschlagen möchte zur Effizienzsteigerung das Rauchen am Arbeitsplatz wieder einzuführen.

Das war ok das abzuschaffen …. Klar, die Verweigerer der freiwilligen Steuerzahlung unterstützen war das eine – aber die eigene Tasche hat’s auch gedankt. Zu Zeiten wo der Aschekübel noch neben dem Bildschirm stand gingen schon mal 3 bis 4 Schachteln (für den jetzt ahhhhhh!-schreienden nicht Tabak-Steuer-Zahlenden: damals waren 19 Zigaretten in einer Schachtel) durch. Wobei sich dabei die meisten ja selbst geraucht haben. Zigarette angemacht, klingelt das Telefon. Zigaretten angemacht, kommt der Kollege rein. Und schwupps waren die Dinger weggebrannt ohne das man dran ziehen konnte. Sagt der Raucher.

Als man dann vor die Tür gehen musste, wurden es weniger – aber die wurden dann auch richtig durchgezogen. Genuß und Effizienz. Eine Win-Win-Situation sozusagen.

Also wurden es über die Jahre weniger Schachteln am Tag. Wir lassen mal unter den Tisch fallen, das die am Ende 40 Zigaretten beinhalteten.

Und so schlimm wie die alle immer sagen, kann das auch nicht sein. Man schaue nur mal, wie alt Helmut Heinrich Waldemar Schmidt geworden ist. Für die Generation PS-XBOX-YouTube: Helmut Schmidt war mal der Oberhoschi in Deutschland zu Zeiten als der Commodore C64 gerade den Einzug der Computer in die Haushalte einläutete und Eure Eltern noch jubelten, das sich bunte Klötzchen in 16 Farben und 80 Zeichen Breite über den Bildschirm schoben – und hat geschlotet – geraucht kann man das kaum noch nennen, bis über die 90 Jahre hinaus.

Also, was will man mehr. Klar – ne PS5 …. aber ich war beim Rauchen.

Und eigentlich wollte ich auch gar nicht aufhören. Ich war ja nicht krank oder sowas. Ich bin – hatte ich vielleicht schon erwähnt – Diabetiker. Ist auch nichts schlimmes. Eigentlich. Bis auf das ich gerade im Rollstuhl sitze. Wegen des Diabetes bzw. dessen Nebenwirkungen. Erzähle ich Euch auch noch. Ich war ja über das Bild oben gestolpert.

Ich war also wegen des Diabetes beim Arzt. Und der misst so an mir rum und schreibt dann auf eine Überweisung als Diagnose:

ABI links 0,8 – ABI rechts 0,0

Lustig. ich könnte schwören auf meinem Abi steht was anders. Und wieso zwei Noten? Das hat mir dann der Gefäßchirurg erklärt. Wobei ich da ja eigentlich immer noch nicht krank war.

Ich hab da mal was gefunden: ich erklärs danach auch noch verständlich

Knöchel-Arm-Index – DocCheck Flexikon

flexikon.doccheck.com › Knöchel-Arm-Index

“Der Knöchel-Arm-Index, kurz ABI, ist ein Wert, der durch Doppler-Sonographie und Blutdruckmessung bestimmt werden kann. Der Index ist der Quotient aus Blutdruck am Unterschenkel und Blutdruck am Oberarm. Er dient zur Abschätzung des kardiovaskulären Risikos und zur Verlaufsbeurteilung einer PAVK.”

Super, gell? KAI=ABI …. Es muss nicht alles Sinn machen. Aber wir erahnen daraus das es um Blutdruck geht. Der wird, ähnlich der bekannten Blutdruckmanschette, die an den Arm kommt, an beiden Armen und beiden Knöcheln gleichzeitig gemessen. Dann wird ein bischen Mathe-Voodoo gemacht und das Urteil verkündet.

0 …… man stelle sich einen Wasserhahn mit einer 0-Position vor. Wieviel läuft da durch, wenn man den auf 0 stellt – und wieviele auf 1?

Ich wusste, das versteht auch die PS-XBOX-YouTube Generation – ganz ohne Mathekenntnisse.

Kurz gefasst aus der Sprache der PS-XBOX-Kids: 0 = tot.

Jetzt hatten wir aber festgestellt, das ich im Rollstuhl sitze, also wohl kaum tot bin. Ich habe auch nicht vor, das all zu schnell zu ändern. Ändern will ich nur den Mist mit dem Rollstuhl – ich muss da wieder raus, sonst …

Aber zurück zur 0 (Null). Die Herren und Damen Ärzte waren sich unterm Strich zum Glück einig, das mit der 0 (Null) was nicht stimmen kann. Denn zum Einen sind bei mir keine schwarzen gammeligen Stellen irgendwo, zum anderen sind meine Füße geheilt (was in den Diabetes-Teil gehört). Also kanns nicht sein, das 0 = tot ist. Oder wenn mathematisch 0 = tot ist, stimmt die 0 nicht.

Liebe Kinder, die ihr es bis hier geschafft habt – ich bin stolz auf Euch. Soooooo viele Buchstaben.

Ich versuche mal zurück zu dem Bild zu kommen. 0 kann also nicht sein – aber 1 ist es halt auch nicht. Also irgendwas dazwischen.

Einer der vielen Weisen im weißen Kittel, die ich in den letzten Wochen getroffen habe, meinte: “Sie sind keine 20 mehr, Sie sind starker Raucher. Da ist einiges an Gerümpel in den Gefäßen. Das müssen wir im Auge behalten. Kommen Sie in nem halben Jahr wieder.”

Aha ….. sagt sich der Raucher. Alles gut. Leitung frei, im Auge behalten ist immer gut. Wo sind meine Kippen?

Der nächste ….. der besagte Gefäßchirurg kam dann mit seiner äußerst charmanten (ernsthaft!) Art deutlicher auf den Punkt:

“Wir reden hier nicht über sterbende Zehen oder so. Wir reden über Ihre Beine.”

Nun ja – klasse Thema. Ich hab derer zwei und derzeit baumeln die vorm Rollstuhl rum. Aber irgendwie hänge ich trotzdem dran.

Wir haben dann lange über meine Beine geredet …. also der Arzt mit mir. Und ich mit mir …. und dann sollte ich zur Untersuchung ins Krankenhaus.

Und bin zu dem Schluß gekommen, das meine Beine ok sind, so wie sie sind. Es sind nicht gerade Sportlerbeine. Sie sind nicht besonders schnell. Und vielleicht auch nicht besonders schön. Aber es sind meine. Sie haben mich lange Wege meines Lebens begleitet und sollen das idealerweise auch noch lange tun.

Also habe ich aufgehört zu Rauchen. So von jetzt auf gleich. Aus – schluss – vorbei. Ohne Hypnose oder Pflaster oder sonst welchen Hokuspokus.

Das ist jetzt 92 Tage her. Also grob drei Monate. Laut meiner App habe ich in der Zeit ca. 2.800 Zigaretten NICHT geraucht. Nur mal zum Abschätzen – in das Gefäß auf dem Bild gehen ungefähr 150 Kippen. Was bei den Großpackungen gerade mal 5 Päckchen entspricht. Um die 2.800 Kippen in solche Gebinde zu packen bräuchte man fast 20 von den Dosen.

Und das ist wirklich eklig.

Das 2.800 NICHT gerauchte Zigaretten auch noch eine Ersparnis von fast 800€ bedeuten ist ja eigentlich nebensächlich wenn man dafür seine Beine noch hat.

In diesem Sinne – ich will keinem den Tag vermiesen.

Euer Rollix

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