… die Kirche schafft Integration ab

Bild von Myriam Zilles auf Pixabay


Eigentlich ist Religion ja eines der wenigen Themen die ich achte und bei denen ich extrem vorsichtig bin, was ich dazu sage. Jedem seinen Glauben – so lange er andere respektiert.

Aber heute morgen wurde ich bei der Morgenlektüre darüber belehrt das die Kirche ganz offiziell den Verstand verloren hat. Insbesondere das Weihnachtsfest – den höchsten aller christlichen Feiertage hat man im Visier.

Ich wurde irgendwann mal evangelisch getauft – und habe auch noch die Konfirmation empfangen. Meine Läuterung und freie, kritische Meinungsfindung zu diesen Themen fing erst später an.

Bisher konnte ich über Kirche – und ich nutze das Wort jetzt als Sammelbegriff – nur schmunzeln oder den Kopf schütteln. Meistens geht das direkt ineinander über. Da diskutieren Priester seit Jahrhunderten das Zölibat und missbrauchen stattdessen kleine Jungs. Da wurden im Rahmen der Kreuzzüge tausende Menschen getötet – von Menschen die “du sollst nicht töten” predigen. Ich schätze mal es wurden mehr Menschen wegen Glaubensfragen (und da kann sich fast jede Konfession angesprochen fühlen) ermordet, als wegen irgendetwas anderem.

Kirche war für mich immer durch Sinnbilder geprägt und hatte darin auch ihre Berechtigung. Als unser Sohn mich fragte, wie ich zur Bibel stehe musste ich lange nachdenken – wie erklärt man ein Thema das auf dem eigenen Glauben beruht ohne dem Gegenüber die Möglichkeit zu nehmen sich unabhängig eine eigene Meinung dazu zu bilden.

Wenn man genau drüber nachdenkt geht das nicht – und da liegt das Dilemma. Man soll dem Kind den Glauben – oder die Chance darauf – nicht nehmen, aber man soll die Fragen beantworten.

Ich habe mich entschieden das Thema in zwei Teile zu teilen und separat zu erklären. Das neue Testament ist die Geschichte, besteht aus Erzählungen und Überlieferungen zu Themen die passiert sind – oder so passiert sein könnten. Im Laufe der Jahre zwischen Ereignis und Niederschrift hat sich die Überlieferung sicherlich verändert.

Das alte Testament …. nun, die Frage war wohl erstmal nicht so wichtig. Für mich stehe im alten Testament Erklärung von Dingen, die sich die Menschen nicht anders erklären konnten – die Sinntflut …. für Menschen der Zeit war eine Reise zum übernächsten Dorf eine Weltreise, woher hätten sie von Gibraltar wissen sollen? Also wurde eine Erklärung gesucht und gefunden. Aber egal – wir wollen ja nicht das alte Testament diskutieren.

Irgendwann kam dann auch die Frage nach dem Christuskind und da ja jede Schule, jede Kita – bis zur Abschaffung der christlichen Werte im Zuge der Anpassung an die neuen Glaubensmehrheiten auch das Krippenspiel zur Adventszeit auf dem Programm hatte. Wieso in der Krippe, warum im Stall, da sind doch Tiere, das ist doch schmutzig, wie heilige drei Könige …..

Und als Elternteil sitzt Du da und machst den Erklärbär. Das waren arme Leute – Motel 1 gabe es damals noch nicht – von Hygiene wusste man noch nicht so viel heute –

Auf jede Frage eine Antwort die ein Kind befriedigt. Auch auf die Frage nach den heiligen drei Königen ….. bis heute. Denn seit heute darf man das nicht mehr erklären.

Laut ntv.de vom 07. Oktober “Ulm verbannt heilige drei Könige” ist die Figur des Melchior ein Zeichen von Sklaverei und darf so natürlich in Zeiten des Gutmenschentums nicht stehen bleiben.

“Es zeigt, dass es inzwischen einen konsequenteren Umgang mit Rassismus gibt”

Tahir Della – Initiative schwarzer Menschen in Deutschland

Mein lieber Sohn – ich muß mich bei dir Entschuldigen. Ich habe diese Misshandlung schwarzer Menschen, die Jahrhundertelang von der Kirche gepredigt wurde – bei der ein schwarzer Mensch gegen seinen Willen in einen dreckigen mit Viechern vollgestellten Stall gezwungen wurde …..

Mal ehrlich …… da hat doch jemand einen an der Waffel, oder?

…. und ich bin es nicht. Denn Jahrhunderte lang wurde dieses Bild als Sinnbild der Völkerverständigung gesehen. Als ein Bild wo Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft in Frieden zusammen kommen und sich gemeinsam an der Geburt ihres Heilands erfreuen. Der Aufmarsch der heiligen drei Könige war für mich immer Friede, Integration – Gleichheit und Brüderlichkeit oder wie immer man es nennen mag. Niemand hat sich dabei drüber aufgeregt, das der eine nen Buckel hat, der andere Pickel und ein dritter dicke Lippen. Vielleicht möchte die Herren Golny und Della ja mal drüber nachdenken, das diese Ansicht erst Rassismus predigt? Also wenn ich mal in eine Kirche gehe – was zugegeben eher selten der Fall ist – dann sehe ich alte Menschen und Junge, ich sehe gebrechliche Menschen, ich sehe dicke Menschen und dünne Menschen. Und keiner wirft die raus – weil sie vielleicht auch noch schwarz dabei sind. Vielleicht sollten Sie Ihren Melchior mal unter diesem Gesichtspunkt betrachten anstatt nur das Schlechte sehen zu wollen.

Und ich weigere mich mir von verblendeten Gutmenschen, Pfaffen und Klerikern sowie vernagelten schwarzen Aktivisten etwas anderes einreden zu lassen.

Ich bin gespannt auf die Diskussion zur Abschaffung der “Rassengleichheit” in den Kirchen.

Und wo wir schon dabei sind über Rassismus und Diskriminierung im Krippenspiel zu reden – wieso ist das eigentlich eine reine Männerrunde? Warum wird die Frau – nach Einführung Gleichstellung und Wahlberechtigung – von der Kirche immer noch als Gebärmaschine dargestellt? Warum ist da keine Königin dabei? Wo ist hier das Thema Gleichberechtigung? Wo ist Alice Schwarzer?

P.S.: Mir ist natürlich klar, das es in dem Artikel nur um eine bestimmte Figur in einer bestimmten Gemeinde geht. Ein Mensch bei Verstand hätte im kleinen Kreis eine neue Figur in Auftrag geben und sich danach öffentlich dafür feiern lassen, wie gut und sensibel er doch mit dem Thema umgegangen ist. Stattdessen wird hier eine Überschrift in BILD-Zeitungsmarnier gesetzt um Öl ins Feuer der Populisten und Weltverbesserer zu gießen.


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