… Tod auf Raten

Bild von Myriam Zilles auf Pixabay


Jaja – sterben ist ein Vorgang der uns irgendwann alle ereilen wird. Die Einen schneller, die Anderen langsamer. Wobei – kann einen der Tod eigentlich langsam ereilen?

Wer an dieser Stelle länger als zwei Sekunden nachdenken muss, sollte dringend etwas für die geistig-kognitive Leistungsfähigkeit tun. Traubenzucker einer bestimmten Marke in tafelform soll da eher helfen als Bananen – da der gerade Weg ja niemals eine Kurve ist. Allerdings hilft es gelegentlich Gedanken kreisen zu lassen und um die Ecke zu denken.

Man sollte dabei allerdings das wesentliche nicht aus den Augen verlieren. Abgesehen davon, wenn einen z.B. ein Auto erfasst ist der Tod oft eher eine schleichende Erscheinung. Das wird einem insbesondere bewusst, wenn man erste Erscheinungen in Häppchenform an sich selbst erkennt.

Im Zuge meiner Krankengeschichte wurde eine pAVK diagnostiziert – eine periphere arterielle Verschlusskrankheit. Man nennt das auch Schaufensterkrankheit und schlussendlich führt es zu Raucherbeinen und damit der Amputation von Zehen, Füßen, Beinen …. also Sterben in Scheiben sozusagen.

Meine anderen Probleme resultieren im wesentlichen aus einem schlecht bzw. nicht behandelten Diabetes. Derzeit bewege ich mich daher im Rollstuhl – was zwar manchmal sehr interessant ist und völlig neue Perspektiven eröffnet – unterm Strich aber nicht wirklich erstrebenswert ist.

Da ich aber nicht vorhabe mich scheibchenweise zu verabschieden beschäftige ich mich inzwischen mehr und mehr mit dem was ich so zu mir nehme – sehr zum Leidwesen meiner Gattin, die des öfteren ziemlich genervt ist wenn ich so an den Regalen entlang roller und erstmal alle Nährstoffangaben studiere – soweit der amüsante Teil des Rollifahrens, ich sitze halt bequem.

Man wird dabei auch empfänglich für Experimente.

Ich möchte an dieser Stelle nochmal darum bitten dieses hier zu lesen. Des weiteren möchte ich auch darauf hinweisen, das dies ein nicht kommerzieller Blog ist – ich bekomme kein Geld für die Texte und auch nicht für erwähnte Produkte. Ich habe den Luxus MEINE Meinung schreiben zu dürfen.

Vor einer ganzen Weile sind wir über https://www.waterdrop.de/ gestolpert. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Zusatz um aus Wasser ein trinkbares Getränk zu bereiten – für mich besonders interessant, da es keinen Zucker und keine geschmacksverändernden Süsstoffe enthält.

Ein nicht wirklich günstiges Produkt – aber das ist es mir wert. Was ich auch schätze ist der Internetauftritt, der keine Fragen offen lässt.

Anders als bei einem anderen Produkt, das wir neulich im Fernsehn gesehen haben. Da bietet eine Firma ein Produkt auf rein pflanzlicher Basis ohne Zuckerzusatz an. Süße nur aus Frucht. Was prinzipiell auch schon mal begrüßenswert ist – man muss nicht alles zuckern und weniger Zucker reicht oft vollkommen. Was mich aber maßlos geärgert hat, ist das die Anbieter in der Fernsehsendung Fragen nach dem Zuckergehalt schon nur ausweichend beantwortet haben und auf ihrer Internetpräsenz – in meinen Augen – sogar zur Verschleierung neigen:

Aus “Häufige Fragen / Produkt”:

Ganz ehrlich – an dieser Stelle komme ich mir als Diabetiker verarscht vor. Meine Zuckerkurve interessiert es herzlich wenig ob der Zucker aus der Frucht oder aus der Raffinerie kommt – und ein Zuckergehalt von 57% bzw. 65% Kohlenhydrate wäre für mich ein absoluter Kaufausschluss. Für MICH – für andere nicht. Warum wird also ein Geheimnis darum gemacht?

Das Leben ist bitter genug, wenn man als Diabetiker versucht Kohlenhydrate zu reduzieren und trotzdem nicht den Spaß am Essen zu verlieren. REWE hatte mal eine Initiative gestartet um Zucker zu reduzieren – so gab es z.B. verschiedene Joghurts mit 10, 20 oder 30% weniger Zucker. Seitdem hat z.B. Bauer einen Joghurt der mit deutlich weniger als dem Standard produziert wird. Das gleiche mit Kölln Müsli – mein Schoko-Müsli hat 30% weniger Zucker und es schmeckt immer noch. Hut ab. Ärgerlich ist nur das die Einkäufer Platz für zwei Stiegen zuckerreduziertem Joghurt in der Kühlwand haben – 50 Stiegen aber immer noch den Tod auf Raten fördern. Und wer sich jetzt dran hochzieht, das nicht alle am Zucker sterben oder von Amputationen bedroht sind – darf gerne mal “Adipositas” und die Auswirkungen auf die Lebensdauer googeln.

Aber wieso ist soviel Zucker in Allem. Es schmeckt gut, es verlockt zum wieder kaufen und es ist billig. In anderen Länder geht man mit dem Thema ganz anders um – konsequenter in meinen Augen. Was aber auch daran liegt, das es in anderen Ländern Politiker gibt die Eier haben, einen Arsch in der Hose und einige sogar ein Rückgrat.

So gab es kürzlich in Irland einen Prozess, bei dem eine Fastfood-Kette Steuern erstattet haben wollte, da ihre Sandwiches doch belegte Brote sind und Brot als Grundnahrungsmittel in Irland von der Mehrwertsteuer befreit ist. Gerichtlich wurde nun festgestellt, das die vermeintlichen Brote des Fastfood-Kette kein Brot sondern Süßigkeiten sind – für die Mehrwertsteuer zu zahlen ist. Wäre ein Ansatz um den Zuckerverbrauch zu senken.

In Großbritannien hat man eine Nahrungsmittelampel die in mehreren Rubriken den Zucker-, den Fett- und den Salzgehalt bewertet. Daraus kann sich dann jeder aussuchen was zu ihm passt. Mir z.B. ist der Fettgehalt relativ schnuppe – der Zuckergehalt hingegen nicht. In Deutschland brüstet man sich nun, das man nach jahrelanger Diskussion “Nutriscore” einführt – freiwillig wohl bemerkt. Ein Ampelsystem bei dem man aufgrund von positiv und negativ Bewertungen z.B. Zucker hervorragend verstecken kann, wenn man genug Omega-3 Fette reinschüttet schiebt das die Bewertung ins grüne, mehr Zucker verschiebt die Skala ins rote – man muss nur die richtige Mischung finden. In meinen Augen wird hier wieder mal der Kunde für blöd verkauft, die Industrie macht weiter wie bisher und irgendein Ablasshändler verdient dran, das die Logos verwaltet werden. An der Lebensmittelzusammensetzung wird sich durch dieses neues Siegelchen nichts ändern.

Hier will niemand was ändern – Dinge die anderen Ländern längst bewährt sind, werden in Zweifel gezogen – “da brauchen wir einen Ausschuss”, “da müssen wir erst auf die Gutachten warten” – und wenn dann genug Kohle sinnlos verbrannt worden ist, die Geldempfänger die Taschen alle ausreichend voll haben, dann stellt sich irgendein Hampelmann hin und erzählt in der Sommerpause dem abgeneigten Publikum das man ja alles getan hat aber schlussendlich keinen wirtschaftlichen Nutzen erkennen kann.

Glückwunsch …. sterben ist auch nicht wirtschaftlich. Lediglich einmal – für den Bestatter.

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1 thought on “… Tod auf Raten

  1. Konkrete Zahlen. Bauer Joghurt mit – 45% sehr lecker 😋.
    Die Rewe Aktion wurde mit Schokoladenpudding in 10% Schritten bis zu – 40% durchgeführt. Gewonnen, lt. Aussage von Rewe, hatte der Schokoladenpudding mit – 20%. Ich persönlich fand den mit – 40% am besten, vor allem ‘schokoladig’ und nicht einfach nur süß.

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